
Universität
Leipzig
Erziehungswissenschaftliche
Fakultät
Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung (HumanKind)
Jahnallee 59, 04109 Leipzig
Verantwortlich: Dr. Madlen Mammen
Durch fürsorglichere Schulen kann sich das Lernen und die seelische Gesundheit grundlegend verbessern. Je mehr man in der Schule auch die menschlichen Potenziale aller Kinder und Jugendlichen stärkt, desto besser bereitet das Curriculum auf die Zukunft vor.”
Prof. Dr. Dr. h. c. Tina Malti, Studiendirektorin
Wie können Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleiterinnen und -leiter, eine zukunftsfähige Schulkultur gestalten, in der Fürsorge, Beziehungsqualität und fachliches Lernen als Einheit verstanden werden?
Das Schulentwicklungsprojekt "Fürsorgliche Schulen" begleitet Schulen dabei, sich zu fürsorglichen Gemeinschaften weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen Lern- und Beziehungskulturen, in denen fachliches Lernen, sozial-emotionale Entwicklung und Wohlbefinden systematisch miteinander verbunden werden.
Es wird von der Stiftung Lernen durch Engagement in Kooperation mit HumanKind der Universität Leipzig unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Tina Malti durchgeführt und von der Koordinierungsstelle für Lernen durch Engagement Sachsen (KLE) unterstützt.
Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Förderung der Robert Bosch Stiftung, die damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung fürsorglicher Schulgemeinschaften leistet.
Wir verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Entwicklungs- und klinischen Psychologie mit praxiserprobten didaktischen Ansätzen aus dem schulischen Alltag. So entsteht Unterricht, der fachliches Lernen, Beziehungsqualität und sozial-emotionale Förderung vereint.
Dr. Sina Gibhardt, Studienleiterin
Schulen stehen heute vor komplexen Herausforderungen: steigende psychosoziale Belastungen, zunehmende Heterogenität und der Anspruch, Bildung ganzheitlich zu gestalten (Neu et al., 2024; Schulbarometer, 2024).
Forschung zeigt deutlich:
Lernen gelingt nachhaltig dort, wo Beziehungen tragfähig sind, Mitgestaltung möglich ist und fachliches Lernen mit sozial-emotionaler Entwicklung und Wohlbefinden verbunden wird (Malti & Speidel, 2004).
Hier setzen wir an – und stärken Schulen als Orte,
Wir verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie mit Lernen durch Engagement (LdE) zu einem beziehungs- und entwicklungsorientierten Unterrichtsansatz. Dabei werden fachliches Lernen, gesellschaftliches Engagement und die gezielte Förderung sozial-emotionaler und moralischer Kompetenzen miteinander verknüpft.
Schülerinnen und Schüler setzen sich im Unterricht mit realen gesellschaftlichen Themen auseinander, übernehmen Verantwortung und erleben Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig stärken sie Empathie, Perspektivenübernahme und ihre Fähigkeit, tragfähige Beziehungen zu gestalten.
Der Ansatz unterstützt Schulleitungen und Lehrkräfte dabei, Lernprozesse bewusst beziehungsorientiert zu gestalten und eine fürsorgliche Schulkultur zu fördern. So entsteht Unterricht, in dem Lernen, sozial-emotionale Entwicklung und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken.
Die Stiftung Lernen durch Engagement verbindet fachliches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement. Schüler*innen entwickeln aus dem Unterricht heraus Projekte zu realen gesellschaftlichen Themen, wenden ihr Wissen praktisch an und erleben Selbstwirksamkeit, Empathie und Verantwortungsübernahme.
Was umschreibt eine fürsorgliche Schulkultur?
Eine fürsorgliche Schulkultur beschreibt eine Schulumgebung, in der Beziehungsgestaltung, Partizipation und persönliche Entwicklung strukturell verankert sind. Sie entsteht dort, wo pädagogische Haltung, kollegiale Praxis und strategisches Leitungshandeln zusammenspielen.
Fürsorgliche Schulen verstehen Beziehungen nicht als Zusatz, sondern als grundlegendes pädagogisches und strukturelles Prinzip – sichtbar im Unterricht, im Miteinander und in der Schulentwicklung. Sie schaffen die Bedingungen dafür, dass junge Menschen fachlich, sozial und emotional wachsen können.
... alle Schulformen der Sekundarstufe I
... Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Klassenstufen 7 bis 8
... Schulleitungen, die Schulentwicklung beziehungsorientiert gestalten möchten
... Lehrkräfte, die fachliches Lernen mit Persönlichkeitsentwicklung verbinden wollen
"Fürsorgliche Schulen" ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lernen durch Engagement und des Humboldt Wissenschaftszentrums für Kindesentwicklung (HumanKind) in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung.
Die Teilnahme setzt die verbindliche Mitwirkung von Schulleitung und Lehrkräften voraus und erfolgt im Rahmen einer begleiteten Fortbildungs- und Schulentwicklungsphase im Schuljahr 2026/2027.
Für zwei teilnehmende Schulen besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer optionalen Vertiefungsphase im Schuljahr 2027/2028, in der die entwickelten Konzepte weiter vertieft und schulweit verankert werden.
Mail an: caring.schools@uni-leipzig.de
"Fürsorgliche Schulen". Wir stellen uns vor.
Prof. Dr. Dr. h. c. Tina Malti, Direktorin des Wissenschaftszentrums und Studiendirektorin der Studie
Dr. Sina Gibhardt, Operative Studienleiterin
Frederike Börner, Doktorandin
Dr. Nele Becker, wissenschaftliche Evaluation
Martina Dietrich, wissenschaflicher Transfer
Dr. Philipp Berger, wissenschaftliche Leitung
Dr. Madlen Mammen, Kommunikation
HumanKind ist ein interdisziplinäres Wissenschaftszentrum an der Universität Leipzig: Psychologie, Pädagogik, Medizin, Neurowissenschaften, Erziehungswissenschaften, Informatik und mehr. Unser Team untersucht die positive Entwicklung, Bildung und seelische Gesundheit bei Kindern. Uns ist es einAnliegen, dass die Ergebnisse unserer Forschung auch tatsächlich in der Praxis, Politik und bei den Kindern selbst ankommen. Mehr über #HumanKind erfahren Sie hier: humankind.uni-leipzig.de.
Redaktion:
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Humboldt Wissenschaftszentrum für Kindesentwicklung (HumanKind)
Jahnallee 59
04109 Leipzig
Dr. Madlen Mammen (Layout und Gestaltung)
Dr. Sina Gibhardt und Dr. Nele Becker (Text)
Antje Gildemeister (Fotos)
Colourbox (Fotos/Videos)
humankind.uni-leipzig.de
E-Mail-Kontakt: humankind@uni-leipzig.de
Datum der Veröffentlichung: 15.04.2026
Letzte Änderung: 13.07.2026